Wie viele Personen dürfen legal ohne Beiwagen auf einem Motorrad fahren?

Der französische Straßenverkehrscode legt keine abstrakte Anzahl von Personen fest, die auf einem Motorrad erlaubt sind. Die Antwort hängt von einem bestimmten Dokument ab: dem Fahrzeugbrief, der die Anzahl der Sitzplätze angibt, die der Hersteller bei der Homologation vorgesehen hat. Bei einem klassischen Motorrad ohne Beiwagen ist diese Zahl fast immer auf zwei beschränkt, einschließlich des Fahrers.

Homologation Motorrad und Anzahl der Plätze: Was der Fahrzeugbrief sagt

Die Rubrik S.1 des Fahrzeugbriefs gibt die Anzahl der Sitzplätze des Fahrzeugs an. Bei einem Motorrad ohne Beiwagen gibt es zwei Konfigurationen: Einzelhomologation (ein Platz) oder Doppelplatz (zwei Plätze). Ein als solo homologiertes Motorrad verbietet strikt den Transport eines Beifahrers, selbst wenn ein physischer Soziussitz vorhanden ist.

Konkret ist die gesetzliche Grenze nicht “zwei Personen grundsätzlich”. Sie entspricht der Anzahl der Plätze, die bei der Abnahme des Fahrzeugs durch den Hersteller vorgesehen waren. Diese Zahl zu überschreiten stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldstrafe und einem Punkteabzug geahndet werden kann. Um die Situation eines gebrauchten Motorrads zu überprüfen, genügt es, den Fahrzeugbrief zu konsultieren: Wenn dort “1 Platz” vermerkt ist, kann kein Beifahrer mitfahren, Punkt.

Diese Logik der Homologation gilt übrigens für alle motorisierten Fahrzeuge. Bei Quadricycles ist es beispielsweise dieselbe Rubrik S.1, die maßgeblich ist. Um die Anzahl der Plätze auf einem Motorrad ohne Beiwagen oder mit Beiwagen zu erfahren, bleibt der Fahrzeugbrief die einzige verlässliche Referenz.

Pflichtausstattung für den Transport eines Beifahrers auf dem Motorrad

Mann erklärt die Regeln für Beifahrer auf dem Motorrad einem anderen Fahrer in der Stadt

Als biplatzig homologiert zu sein, reicht nicht aus. Das Motorrad muss über spezifische Ausstattungen verfügen, damit der Transport eines Beifahrers legal ist. Das Fehlen eines einzigen dieser Elemente kann zu einer Verwarngeld führen, auch wenn der Fahrzeugbrief tatsächlich zwei Plätze angibt.

Hier sind die erforderlichen Ausstattungen für den Beifahrer:

  • Ein dauerhaft befestigter Soziussitz, der sich deutlich vom Fahrersitz unterscheidet oder eine klar erkennbare Verlängerung bildet
  • Beifahrerfußrasten auf beiden Seiten des Motorrads, die fest am Rahmen befestigt sind
  • Haltegriffe oder ein Gurt, der es dem Beifahrer ermöglicht, sich zu stabilisieren

Der zugelassene Helm ist für den Fahrer sowie für den Beifahrer obligatorisch. Seit November 2016 sind auch CE-zertifizierte Handschuhe für jede Person, die auf einem motorisierten Zweirad fährt, einschließlich Fahrer und Beifahrer, erforderlich. Diese Verpflichtung ist oft den Gelegenheitsbeifahrern unbekannt.

Die Warnweste muss an Bord zugänglich sein für den Fall eines Notstopps, aber das Tragen ist nur bei einer Stilllegung auf der Fahrbahn oder in deren Nähe obligatorisch.

Transport eines Kindes auf einem Motorrad: Mindestalter und Bedingungen

Die Frage des Beifahrers Kindes sorgt für viel Verwirrung. Es gibt kein gesetzlich festgelegtes Mindestalter im Straßenverkehrscode, um als Beifahrer auf einem Motorrad mitzufahren. Eine körperliche Bedingung ist jedoch erforderlich: Das Kind muss in der Lage sein, die Fußrasten zu erreichen und einen zugelassenen Helm zu tragen, der seiner Morphologie entspricht.

Ein Kind, dessen Füße die Fußrasten nicht berühren, kann nicht legal transportiert werden. Diese Anforderung schließt de facto sehr kleine Kinder aus, auch wenn kein Text ein explizites Mindestalter erwähnt. Die Größe des Kindes wird somit zum entscheidenden Kriterium.

Motorradsitz mit Beifahrerfußrasten, der die gesetzliche Kapazität für zwei Personen veranschaulicht

Die Ordnungshüter beurteilen die Situation von Fall zu Fall. Ein kleines Kind, das auf einem Sportmotorrad sitzt, mit den Füßen in der Luft, läuft Gefahr, dass der Fahrer verwarnt wird. Ein Kind, das in der Lage ist, seine Füße auf die Fußrasten zu stellen und einen Helm sowie zertifizierte Handschuhe trägt, erfüllt hingegen die gesetzlichen Anforderungen.

Der Kindersitz für Motorräder hat in Frankreich keinen offiziellen Homologationsrahmen. Einige handelsübliche Zubehörteile ermöglichen es, ein Kind höher zu setzen, aber deren Verwendung befreit nicht von der Einhaltung der Bedingung bezüglich der Fußrasten und des Helms. Die Rückmeldungen aus der Praxis variieren hinsichtlich der tatsächlichen Sicherheit dieser Vorrichtungen.

Motorradversicherung und Beifahrer: Überprüfung des Versicherungsschutzes

Das Transportieren eines Beifahrers zieht die zivilrechtliche Verantwortung des Fahrers nach sich. Die Haftpflichtversicherung deckt die Personenschäden des Beifahrers im Falle eines Unfalls, da dieser als Dritter betrachtet wird. Der Fahrer selbst ist jedoch nur versichert, wenn er eine individuelle Unfallversicherung oder eine Vollkaskopolice abgeschlossen hat, die diesen Schutz einschließt.

Einige Motorradversicherungen schließen den Transport von Beifahrern auf als solo homologierten Fahrzeugen aus. Jemanden auf einem Motorrad zu transportieren, das nicht für diesen Zweck vorgesehen ist, kann im Schadensfall zu einer Ablehnung der Entschädigung führen, zusätzlich zur Verkehrsordnungswidrigkeit.

Bevor man regelmäßig einen Beifahrer mitnimmt, ist es ratsam, die Bedingungen des Versicherungsvertrags zu überprüfen, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Versicherer verlangen manchmal eine spezifische Erklärung für den regelmäßigen Transport von Beifahrern, ohne dass in den meisten Fällen zusätzliche Kosten anfallen.

Strafen bei Überladung oder Nichteinhaltung der Homologation

Mit drei Personen auf einem als biplatzig homologierten Motorrad zu fahren oder zu zweit auf einem als solo homologierten Motorrad stellt eine Ordnungswidrigkeit nach dem Straßenverkehrscode dar. Die pauschale Geldstrafe beträgt 35 Euro für einen Passagierüberschuss, aber die indirekten Konsequenzen sind schwerwiegender.

Im Falle eines Unfalls kann die Überladung als erschwerender Umstand gewertet werden. Der Versicherer kann eine Ausschlussklausel geltend machen, wenn die Anzahl der Passagiere die bei der Homologation vorgesehene Zahl überschreitet. Der Fahrer wird dann persönlich für alle Schäden, einschließlich Personenschäden, verantwortlich.

Das Fehlen eines Helms für den Beifahrer wird mit einer Geldstrafe der vierten Klasse und einem Abzug von drei Punkten auf dem Führerschein des Fahrers bestraft. Das Fehlen von zertifizierten Handschuhen führt zu einer Geldstrafe der dritten Klasse für jede betroffene Person.

Die Antwort lässt sich also in einem Satz zusammenfassen: Auf einem Motorrad ohne Beiwagen maximal zwei Personen, wenn die Homologation dies vorsieht, sonst nur eine. Der Fahrzeugbrief entscheidet, die Ausstattungen ergänzen, und die Versicherung schließt das System ab. Jede Konfiguration, die von diesem Rahmen abweicht, setzt den Fahrer Sanktionen und vor allem einem erheblichen finanziellen Risiko im Schadensfall aus.

Wie viele Personen dürfen legal ohne Beiwagen auf einem Motorrad fahren?